Search and Destroy

Den R. früher oft gescholten für seine notorische Bloghopperei, aber jetzt stehe ich selber da und muss bekennen: Es geht hier nicht mehr weiter, ich muss den Laden leider dicht machen. „Sichten und Ordnen“, das sollte mal nach einer Mischung aus Thomas Bernhard und Wolfgang Herrndorf klingen, nach Bernhards Höllerscher Dachkammer und Herrndorfs Arbeit und Struktur. Aber vier Jahre sind vergangen, die Welt hat sich verändert, oder wenigstens meine Sicht auf die Welt ist eine andere geworden, mittlerweile schießt der Nazi Word Factor von „Sichten und Ordnen“ für mein Sprachgefühl durch die Decke. Es klingt mir nur noch nach „Reih und Glied“, „Blut und Boden“ oder „Zucht und Ordnung“.

Also Neustart, Reboot, irgendwann, irgendwie, irgendwo anders. Mit mehr Chaos, Wirrwarr und Anarchie, als unter dem lahmen Karteikasten-Label hier je möglich gewesen wäre. So jedenfalls der Vorsatz.

Dank an Alle für alles. Wir lesen uns wieder.

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17 Kommentare zu “Search and Destroy

  1. Ich spare mir zu sagen, dass wir „Sichten und Ordnen“ vermissen werden. Deinen Drang zurÄnderung verstehe ich sehr gut. Mein Blog hat sich eigentlich auch längst überholt, ich war nur zu faul, ihn neu zu gründen (weil erst auf anderen Ebenen Wandel angesagt ist, das mit dem Blog kommt dann wohl von selbst).

    Geh neue Wege! Wir sind gespannt. Ich freue mich bis dahin über deinen letzten Satz.

  2. „Gefällt mir“ gilt dem Plan zum Weitermachen. Den Mut zum Umbauen, Umschmeißen, Umziehen find ich auch immer löblich – schön war´s hier aber schon.

  3. Fühle gerade ähnlich. Obwohl sowohl Name als auch Vorsatz bei mir naturgemäß nicht identisch waren/sind. Dein Blog wird mir verständlicherweise fehlen, er war einer der wenigen, die nicht geschwätzig und wichtigtuerisch, sondern aufrichtig und irgendwie wahrhaftig gewesen sind. Lass uns wissen, wann und wo es weitergeht. Bis dahin: Danke.

    • Dein Kommentar bringt mich ins Grübeln. Vielleicht ist die Aufrichtigkeitspose genau das, was mich zuletzt so genervt hat, weil sie mir nur noch wie ein literarisches Stilmittel erschien, das ich aber nicht loskriege, solange ich hier weiterschreibe. Aber wahrscheinlich ist das auch ein Schmarrn und in einem andern Blog werde ich auch wieder genauso klingen wie hier, weil jeder nun mal so schreibt wie er schreibt, und vor sich selbst schlecht wegrennen kann. Wir werden es ja sehen.

  4. Ach, schon wieder so ein Guter, der aufhört, denk ich mir! Als ich Dich hier gefunden habe, da hattest Du die Riederinger Sänger mit „da Summa is aussi, gehma obe ins Tal…“, weißt es noch? Da hab ich mich soooo gefreut drüber! Du warst der erste ernstzunehmende Mensch, der die Magie dieses Gesangs erwähnt hat, befreit von allem Heimatgedudel. Hochinteressante Geschichten hab ich hier gelesen, eine Art und Weise, über Musik zu sprechen, die mir vorher nicht so vertraut war…ach, hab Dank für alles, ich würde mich sehr freuen, andernorts wieder von Dir zu hören und zu lesen! Viele liebe Grüsse von Margarete

    • Mensch, jetzt werde ich doch noch fast ein bisschen melancholisch, wo du mich an die Riederinger erinnerst, und da Summa fängt ja eigentlich gerade erst an. Ich werd auf mich aufmerksam machen, wenn es weitergeht…

  5. Die oben beschriebene gefühlte sprachliche Einsortierung von „Sichten und Ordnen“ kann ich nachvollziehen, aber auch erst, nachdem ich beim Lesen mit der Nase drauf gestoßen wurde.

    Und, in der Biologie (und auch der Linguistik) gibt es den Terminus „Taxonomie“ (griechisch táxis ,Ordnung’ und nómos ,Gesetz’, oder ,Methode’ oder ,Name’; siehe auch Nomenklatur).

    Bevor man „ordnen“ kann, muss man logischerweise „sichten“.

    Kurz: Weg mit den Zweifeln, mache er weiter 😉 !!!

    P.s.
    S&D (Search and Destroy) ist natürlich eindeutig eine militärische Taktik.

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