Beethoven, op. 22, B-Dur

Ich glaube, ich weiß jetzt, warum ich so lange vor der B-Dur-Sonate op. 22 herumgezögert habe: Ich mag sie einfach nicht besonders. Nicht dass es eine schlechte Sonate wäre, man kann sich die schon anhören, aber irgendwie bleibt sie mir hohl, nichtssagend. Unter dem Bann des Adornosatzes, ab op. 18 sei bei Beethoven praktisch alles auf allerhöchstem Weltniveau, dachte ich wohl, ich müsste die jetzt so oft hören, bis mir der Groschen fällt. Aber er fiel nicht. Das leer dröhnende Oktavgedonner des ersten Satzes – es sagt mir einfach nichts. Und auch danach kommt nichts, was mich vom Hocker risse, alles klingelt nur so virtuos vorbei.

Als die Sonate endlich rum war und die nächste anfing, da dachte ich spontan: Die Sonate ist ja schön. Ich hake die Zweiundzwanziger ganz schnell ab und nehm mir dann lieber mehr Zeit, um diese herrliche Sonate zu rühmen. Aber dann merkte ich, dass ich die ja schon durch habe. Es war die op. 10/1, Pollini hat einfach so eine komische Reihenfolge auf seinen CDs. Langsam komme ich schon durcheinander.

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