Humboldt in Metz

Also angefangen hat alles mit dem Kastberger. Weil der Kastberger gesagt hat, dass der Kehlmann alles aus der Wikipedia abschreibt. Er soll sogar gesagt haben, es sei allgemein bekannt, dass der Kehlmann alles aus der Wikipedia abschreibt. Dann hat aber der Kehlmann gesagt, Moment mal, er würde nie und nimmer von der Wikipedia abschreiben, und der Kastberger solle ihm mal zeigen, wo er aus der Wikipedia abgeschrieben hätte. Dann hat aber der Kastberger dem Kehlmann ins Gesicht gesagt, er würde ihm gerade zum Fleiß genau NICHT zeigen, wo er, der Kehlmann, aus der Wikipedia abgeschrieben habe, denn diesen Beweis sei er ihm ja gar nicht schuldig, weil er die Behauptung ja gar nicht behauptet habe, sondern die bei Humboldt im Netz hätten das behauptet. Außerdem sei er als Kastberger ja der Meinung, Abschreiben aus dem Netz sei eine völlig okaye Methode der Literaturproduktion, wieso der Kehlmann sich überhaupt so aufrege. Der Kehlmann hat dann aber erwidert, dass die bei Humboldt im Netz es ja gar nicht gesagt hätten, er hätte bei Wikipedia abgeschrieben, sondern die hätten im Gegenteil gesagt, er, der Kehlmann, hätte mal besser ein bisschen mehr von der Wikipedia abschreiben sollen für seinen Roman, anstatt sich alles so phantasiemäßig total falsch einfach auszudenken. Und das Ganze hat dann der Wälzholz für die Zeitung aufgeschrieben. Der Keuschnig hatte dazu aber auch schon was aufgeschrieben, und zwar hatte er gemeint, der Kehlmann habe zwar tatsächlich nicht aus der Wikipedia abgeschrieben und die von Humboldt im Netz hätten das auch tatsächlich nicht behauptet; am gegenteiligen Vorwurf, der Kehlmann habe sträflicherweise viel zu wenig, nämlich nichts, aus der Wikipedia abgeschrieben – an dem Vorwurf sei schon was dran. Weswegen es irgendwie gar nicht so einfach sei, zu entscheiden, wer in dem Streit zwischen dem Kehlmann und dem Kastberger eigentlich Recht habe. Den Wälzholzartikel hat dann aber der Keuschnig auch gelesen und zum Kastberger hat er dann gesagt: Zu dem Autor wäre ja auch noch einiges zu sagen. Gesagt hat der Keuschnig es dann aber nicht, was zum Wälzholz noch zu sagen wäre, aber der Kastberger wird schon gewusst haben, wie er das genau gemeint hat, der Keuschnig jetzt, glaube ich jedenfalls, stelle ich mir so vor.

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