Nicht so super Helden

Im aktuellen Merkur findet sich ein sehr lesenswerter Artikel von Claude Haas über die Drohnendebatte. Er zeigt darin, dass die Drohnenkritiker, die vordergründig die moralisch superiore Position zu vertreten scheinen, implizit für eine Rückkehr zu einem Ernst-Jünger-mäßigen heroischen Zweikampf Mann gegen Mann plädieren, ja, dass dieses heldische Narrativ, das seit der Ilias dem Erzählen über den Krieg unterlegt ist, unser Denken über den Krieg immer noch bestimmt, obwohl es durch die Technisierung und Industrialisierung des Krieges ja eigentlich schon zu Jüngers eigenen Zeiten obsolet war. Weil der Drohnenlenker sich selbst nicht in Gefahr begibt, sein eigenes Leben nicht aufs Spiel setzt, gilt er dem Drohnengegner als ein Feigling, der sich vor dem „echten“ Kampf drückt. Das geht dann bis zu der offenbar im Pentagon wirklich diskutierten Frage, ob man Drohnenlenker mit Kriegsorden auszeichnen solle, oder eher nicht, da sie ja ihren Körper nicht wirklich auf einem Schlachtfeld exponiert und bewährt haben.

Sehr interessant, von der Seite her habe ich das noch nie betrachtet, mir ist der Drohnenkrieg ja auch eher unheimlich, aber will man deswegen zurück zu den Schlachtfeldern von früher, wo sich „echte Männer“ echte Bajonette in den Leib gerammt haben? Helden? Wohl eher nicht, zu schweigen davon, dass das angesichts der ja nicht rückgängig zu machenden technischen Entwicklungen sowieso völlig unmöglich ist. Wie tief sind Heldenbilder und Heldenerzählungen in unseren Hirnen verankert, wie sehr bestimmen sie auch unser Denken über reale Kriegsführung?

Haas schreibt: „Eine Sehnsucht nach traditionellen heroischen Vorstellungen dürften in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts paradoxerweise vor allem sogar der Antikriegsroman und auch der Antikriegsfilm geweckt haben. Schließlich folgt dieses Genre von Heinrich Böll über Bernhard Wicki bis hin zu Ron Kovic einem oft denkwürdigen Muster: Junge Männer ziehen voller heroischer Erwartungen in den Krieg, müssen aber bald feststellen, dass der moderne Krieg solchen Erwartungen Hohn spricht.

Der »klassische« Held wird somit nicht gestürzt, sondern als verlorenes Ideal betrauert und unterschwellig reaktiviert. Der Feststellung des faktischen Kollapses eines Achill oder Hector in Verdun, Stalingrad oder Vietnam entspricht in der kriegskritischen Tradition oft ein verkapptes imaginäres Verlangen nach genau diesen Figuren und der ihnen selbstverständlichen Form des Kriegs.“ (Merkur 793, S. 68f.)

Jetzt kenne ich Ungebildeter leider weder Bölls noch Wickis noch Kovics Beiträge zu den erwähnten Genres (wer ist überhaupt dieser Kovic?), aber der Zufall will, dass ich in letzter Zeit drei ganz hervorragende Vietnamfilme nochmal gesehen habe, nämlich Apocalypse Now, The Deer Hunter und Rambo – First Blood, und mindestens einer dieser Filme erfüllt mustergültig Haas’ Diagnose, nämlich Rambo.

Das Grandiose an Rambo fand ich immer, dass es ein Vietnamfilm ist, der keine einzige Sekunde in Vietnam spielt, sondern vollständig auf amerikanischem Boden. John Rambo ist aus Vietnam zurückgekehrt, findet aber keinen Platz in der amerikanischen Gesellschaft mehr, die ihrerseits auch kein Interesse zeigt, ihn wieder zu integrieren, Kriegsverlierer werden offenbar nicht sonderlich geschätzt. Arbeits- und orientierungslos zieht er zu Fuß durchs Land und handelt sich Ärger mit einem Kleinstadtsheriff ein, der keine Landstreicher in seinem schönen Städtchen duldet. Apathisch lässt Rambo die Schikanen und Misshandlungen der örtlichen Polizeitruppe über sich ergehen, bis er plötzlich durchdreht, aus dem Gefängnis flieht, sich in die Wälder schlägt und als Einzelner, mit nichts als einem Messer bewaffnet, der technisch und zahlenmäßig weit überlegenen Polizei die Stirn bietet. Sogar als das Militär anrückt, lässt er sich nicht einfangen, am Ende gelingt es seinem ehemaligen Vorgesetzten aus Vietnam, ihn dazu zu bringen, dass er sich freiwillig stellt.

Der Film lässt sich auf zwei Ebenen lesen: Einmal faktisch als die Erzählung katastrophaler Ereignisse aufgrund von nicht erfolgter Reintegration des vom Krieg deformierten Menschen in die Gesellschaft. Und andererseits erzählt er metaphorisch den Vietnamkrieg als solchen noch einmal nach: Der ehemalige US-Soldat Rambo übernimmt hierin die Rolle des Vietcong: Er ist zwar technisch unterlegen, kennt sich aber in den Wäldern aus, er ist vertraut mit der Realität des asymmetrischen Guerilla-Kampfes und vor allem: Für ihn geht es ums Ganze, um die nackte Existenz. Für die anderen ist es bloß ein Job, in den ein schießwütiger Sheriff sie gegen ihren Willen hineinmanövriert hat, und der sich dann mehr und mehr als Albtraum erweist. Beide Lesarten stützen eine Einordnung des Films zum Antikriegsfilmgenre.

Aber – und das war mir vor der Lektüre des Haas-Artikels tatsächlich noch nicht so hundertprozentig bewusst – es ist natürlich drittens auch eine ganz klassische Heldengeschichte. Wir bewundern Rambo für sein Standhalten, seine Zähigkeit, seine listenreiche Kriegsführung, seine schier unglaublichen Fähigkeiten, seinen Mut, sein heldenhaftes Ausharren auf verlorenem Posten. Aus dieser Perspektive betrachtet, könnte das Drehbuch wirklich von Ernst Jünger sein, der ja trotz der in zwei Weltkriegen gemachten Erfahrungen immer die Ansicht vertrat, der Einzelne und sein Kampfgeist sei auch in Maschinenkrieg und Materialschlacht noch der entscheidende Faktor. Und bei Jünger, sowohl beim Kriegstagebuch 1914–18 als auch bei den Strahlungen, hatte ich ja genau diesen Eindruck, dass solche Passagen eigentlich von nichts anderem berichten als von einem „imaginären Verlangen“ nach einer Art von Krieg, die es nicht mehr gibt, eine, wo es noch die Möglichkeit eines Helden gab.

Vermutlich waren aber diese Heldenerzählungen immer schon imaginär, denke ich jetzt, und die Technisierung macht nur etwas sichtbar, was vorher noch von blumiger Erzählkunst verschleiert werden konnte, um junge Männer dazu zu bringen, überhaupt bei solchem Irrsinn mitzumachen. Ich jedenfalls würde mich auch vor den Mauern Trojas nur ungerne abschlachten lassen, selbst wenn Homer persönlich neben mir stünde und meinen Untergang für die Ewigkeit mitprotokollierte.

P.S.: Apocalypse Now und The Deer Hunter sind nun nochmal ganz andere Kaliber von Filmen, die müsste man nochmal gesondert darauf abklopfen, was da eigentlich erzählt wird. Dazu vielleicht ein andermal.

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37 Kommentare zu “Nicht so super Helden

  1. Einen anderen Aspekt der Diskrepanz zwischen modernem Kriegshandwerk und den heroischen Vorstellungen, die das Denken und die Sprache über den Krieg bestimmen, hat ja Karl Kraus vor knapp 100 Jahren aufgezeigt. Ich habe mir jetzt gerade „Das technoromantische Abenteuer“ http://gutenberg.spiegel.de/buch/-5673/9 noch einmal durchgelesen und festgestellt, dass dort die Drohne schon vorausgeahnt wurde: „Denn wenn man die menschliche Stimme, also auch das Kommando, auf Entfernungen wie Berlin-Wien übertragen kann, warum sollte es der Technik, die das Wunder von heute zur Kommodität von morgen macht, nicht möglich sein, einen Apparat zu erfinden, durch den es mittelst einer Druck-, Umschalte- oder Kurbelvorrichtung einem Militäruntauglichen gelingen könnte, von einem Berliner Schreibtisch aus London in die Luft zu sprengen und vice versa?“

    • Sehr interessant, danke für den Hinweis. Haas zeigt auch auf, dass die Drohne im Grunde die logische Konsequenz aus 100.000 Jahren Waffengeschichte ist, denn schon prähistorische Waffen seien im Grunde nichts anderes als der Versuch, die eigene Reichweite zu erhöhen und sich gleichzeitig selber dadurch in größeren Abstand zum Geschehen zu bringen. So betrachtet ist die Drohne die logische Weiterentwicklung des Faustkeils, um es mal plakativ zu formulieren.

    • Eigentlich ja auch interessant, dass Kraus — ist das wirklich Kraus? — von einem „Wehruntauglichen“ spricht. Was ja auch ein wenig anklingt dieses polemische Element, der Sesselfurzer an der Drohnenfernbedienung sei kein Gladiator, der, um sich die Lizenz zu töten zu erkaufen, sein Blut mit Arenensand mischt.

      • „Wo auch anklingt“, natürlich. Wieder rutscht mir die Fistelstimme weg.

  2. Ich habe mich natürlich erst einmal sofort gesperrt gegen diese Deutung des Drohnenkriegs. Aber wie ich es drehe und wende, ich kann es nicht abwenden, dass die Kritik tatsächlich zurückwirft auf ein heroisches Bild von Kämpfenden. (Außer man verurteilt einfach jegliche militärische Anwendung gleichermaßen und radikal, was sympathisch ist, aber einen in dem Diskurs über etwas wie den Einsatz von Kriegsdrohnen mehr oder weniger aus der Diskussion drängt.) Darüber sollte ich noch ein bisschen länger nachdenken.

    • Als Kind, wenn im Fernsehen von Kriegen berichtet wurde, dachte ich manchmal: Warum schmeißen die nicht einfach eine Atombombe da drauf und dann wäre Ruhe? Und erst später verstand ich, dass das eine Waffe ist, die zwar theoretisch zur Verfügung stünde, aber aus sehr, sehr guten Gründen nicht zum Einsatz gebracht wird. Mag sein, dass es auch gute Gründe gegen die Drohne gibt, aber das Helden- bzw. Feiglingsargument ist bei näherem Hinsehen eigentlich nicht valide. Bin mit dem Nachdenken über diese Problematik auch noch nicht fertig, weiß auch im Grunde zu wenig über die konkrete Technik und Praxis des Drohnenkampfs, fand es aber sehr interessant, den ganzen Komplex mal aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

  3. Als ob es keine Marschflugkörper, u.ä., gäbe … vielleicht hat Herr Haas, so Du ihn inhaltlich vollständig zusammengefasst hast, nicht gründlich genug nachgedacht: Das fatale am Drohneneinsatz ist, dass er von sogenannten Rechtsstaaten überhaupt geführt wird und zwar gegen deren Selbstdefinition und deren Verfassungen: Durch den Einsatz von Drohnen außerhalb erklärter (also: offener) Kriege, werden Personen auf bloßen Verdacht hin eliminiert, weder Beweise, noch Verfahren geführt und der Tod Unschuldiger wissentlich und billigend in Kauf genommen. Desweiteren ist das Heldenmotiv überhaupt nicht zwingend, weil hier eine Asymmetrie vorliegt, die man Feigheit oder Mord nennen kann, ganz ähnlich der Situation in der ein Scharfschütze ein Opfer aus sicherer Entfernung und ohne Möglichkeit auf Gegenwehr, tötet (man kann das natürlich genauso über bombenwerfende Flugzeuge, Raketen, usw., sagen). Es geht hier nicht zwingend um einen heroischen Kampf, es geht vielmehr um ein letztes Maß an Fairness, an Ritterlichkeit, das es tatsächlich längst nicht mehr gibt (so wie man keine Wehrlosen oder Verwundeten abschlachtet, keine Lazarette bombardiert, sehe ich hier mehr die Frage nach der Einhaltung eines grundlegenden Reglements, als eine Rückbesinnung auf die sagenumwobenen antiken Zweikämpfe).

    • Gut, klar, alles schön und gut, nur klingt dieser Kommentar insgesamt, als wäre der Sichter und Ordner hier der Sniper! Dabei versucht er doch bloß, wenn ich ihn richtig verstehe, bei Sichtung und Ordnung zu helfen — und, ganz offen gestanden, bei Deinem Kommentar, mete, weiß ich nicht mal, wo man … Feigheit und Mord sind das WESEN des Krieges! Alles andere ist doch ballaballa, Phrasensniperismus! Es gibt Turniere, es gibt Boxkämpfe, auch dieser seltsame Sport mit schwarzen Masken … Fechten, genau. Aber das hat mit KRIEG nichts zu tun!
      Rechtsstaaten nahmen immer schon billigend — ließ doch mal Joseph Conrad, mete! „Herz der Finsternis.“ Da werden die Kosten unseres Lebensmodells doch vorgerechnet. Die Sklaven schleppen sich stinkend und stöhnend in den Schatten, um zu sterben. Und kein Blogger fragt sich, hastig nach dem Asthmaspray fragend: „Wie kann das sein?“
      Erst, seit das Elend zu uns zurückschwappt, sind wir plötzlich alle sensibel. Wir fangen an, festzustellen, dass Krieg böse ist. Mord. Totschlag. Drohnenkriege. Weil uns diese Methoden absehbar nicht mehr bloß NÜTZEN! Und weil vielleicht die Opas aus der Wehrmacht keine entarteten Bestien waren. Sondern völlig normale Typen.
      Bei Dir klingt es fast so, mete, als säßen irgendwo die guten Soldaten vor ihren Nachrichten und schüttelten traurig den Kopf, weil keiner mehr den Helm poliert, bevor er in die Schlacht zieht.
      Es ist ein bestialisches Gewerbe, Politik, und dass wir Deutschsprachigen uns da ganz erfolgreich herausgehalten haben, nachdem wir die Latte natürlich auch einigermaßen hochgelegt hatten (haben wir nicht das Patent auf den „Totalen Krieg“?), macht uns vielleicht ein bisschen blind für die Tatsache, dass es irgendwo auch eine kriegerische Tat darstellt, eines Rechtsstaats unwürdig, wenn man gewisse Verhältnisse einfach hinnimmt und sich den Kopf lieber über Abfalltrennung zerbricht. Und über die Verbrechen der Amerikaner bloggt. Die Absatzmärkte für unsere Autos schaffen.
      Unbestritten, dass diese Situation eine, zurückhaltend formuliert, knifflige ist. Aber wir leben nun mal nicht in einer Welt, in der plötzlich ein Trompetensignal ertönt, und von irgendwoher kommen wohlmeinende Stimmen: „Zieht euch zurück, das, was wir da treiben, ist gegen die Konventionen, auf die wir uns als zivilisierte Menschheit geeinigt haben!“
      Was ändert es, möchte ich mal zusammenfassend fragen, wenn wir den Krieg, das brutale, blinde Draufdreschen, auch noch in die Kommentarspalten verlegen?
      Auch ein Pseudonym, dear friend, ist eine Drohne.

      Dein John Drohn

  4. @mete: Kann alles, was der Epizentriker sagt, nur unterschreiben. Und verstehe ehrlich gesagt nicht, warum er das (was eigentlich genau?) nicht ernst meinen sollte? Wenn ich noch etwas hinzufügen dürfte: Natürlich habe ich Haas‘ Artikel nicht inhaltlich vollständig zusammengefasst, denn das hieße ja, ihn einfach abzutippen, was urheberrechtlich vermutlich problematisch, mir aber auf jeden Fall auch zu blöd wäre. Über den Unterschied zwischen dem ius ad bellum (Kriegserklärung) und dem ius in bello (Genfer Konvention) schreibt Haas durchaus auch einiges sehr Interessantes, das habe ich alles außen vor gelassen, weil ich ja eigentlich bloß etwas über den Film Rambo sagen wollte. Finde das sehr bemerkenswert, dass das niemanden zu interessieren scheint. Haas sagt auch in keiner Weise, dass Drohnen jetzt irgendwie toll wären, er untersucht nur den Diskurs der Drohnenkritiker, im Grunde eine klassische Diskursanalyse. Fairness, Ritterlichkeit, die Stichworte, die du da so in den Ring wirfst, wären da auch sicherlich sehr interessant zu untersuchen. Eigentlich sind das doch nur Attribute des klassischen Helden, wieso tickst du denn da so aus, dass Haas (und ich) den Helden als Aufhängebegriff wählen? Wie der Epizentriker sagt: Gute Soldaten, die nur mit sauber poliertem Helm in die Schlacht ziehen. Der ritterlich faire Held: Sir Lanzelot. Das sind eben auch Phantasmen.

    Du kannst den Artikel ja mal selber lesen und dann selbst was drüber bloggen. Ist leider Paywallcontent: http://www.klett-cotta.de/ausgabe/MERKUR_Heft_06_Juni_2015/62837?bereich_subnavi=zusammenfassung&artikel_id=64047

    • Ich verstehe nicht was er will und mich ärgern vorwurfsvolle, zur gleichen Zeit hingeschluderte Antworten.

      Ja eben, diese Diskursanalyse halte ich für verfehlt, weil verengt (ich habe diese Diskussionen auch verfolgt und bin immer nur auf die rechtsstaatliche Problematik gestoßen; erster Teil der Verengung). Was ich noch gerne wüsste, ist, warum eine festgestellte Asymmetrie in den eingesetzten Mitteln und die Forderung auch in Extremsituationen wie Kriegen gewisse menschliche Mindeststandards einzuhalten, als „Helmpolitur“ und „Heldenverehrung“ ausgelegt wird (zweiter Teil der Verengung)?

      Etwas vollständig wiedergeben ist nicht dasselbe wie etwas inhaltlich vollständig zusammenzufassen.

      Die genannten Lesearten von Rambo I kenne ich, der Film ist ja nicht gerade neu.

      • Und mich nervt dein ewig pampiger und bescheidwisserischer Ton. „Film ist ja nicht gerade neu, weiß ich ja eh schon alles.“ Das ist doch Kindergartenniveau. Wenn dich’s nicht interessiert, was ich schreibe, dann lies es halt nicht mehr und spamme mich nicht mit diesen ewigen Unmutskommentaren voll. Epizentrikers Kommentar finde ich weder unverständlich noch hingeschludert. Muss man halt lesen können. Er jedenfalls kann schreiben.

      • Kindergartenniveau? Auf die Gefahr hin, dass mein Tonfall wiederum als bescheidwisserisch aufgefasst wird: Ich nehme mir heraus zu kommentieren, was ich für kommentierenswert halte und ich habe nun einmal vor ein paar Jahren einen ausführlichen Essay zu Rambo I gelesen, warum muss ich mir das vorhalten lassen? Und lebt nicht derjenige im Kindergarten, der sich like-button-klicks anstelle kritischer Kommentare wünscht? Schreibe ich nicht gefällig genug, ist es das?

        [Natürlich kann der Epizentriker schreiben, aber jeder „haut“ bisweilen mal daneben.]

      • Und ich nehme mir jetzt mal heraus, nicht zu kommentieren, was ich für nicht kommentierenswert erachte. Gibt ja genug Quasselbuden, wo die Blogbetreiber Spaß dran haben, den ewig selben Sermon immer wieder hinzuschreiben. Mein Ding ist das nicht. Auf Wiedersehen.

  5. @Andreas Wolf: Ein bisschen Gegenwind muss doch auch mal sein, wäre doch langweilig, wenn alle immer nur den schulterklopfend den Like-Button hämmern. Metes erster Kommentar war doch auch überhaupt nicht pampig und ich kann seine Skepsis schon verstehen: Die These wirkt doch schon ein wenig steil, attestiert sie doch den Drohengegnern, also potentiellen Pazifisten, so etwas wie Kriegsromantik.

    Von dem was du dargelegt hast, handelte es sich ja wohl um so etwas wie eine Wortwahlanalyse.. und die passt dann leider fast wie die Faust aufs Auge bei metes erstem Kommentar, wo er solche Dinge wie Ritterlichkeit etc. ins Feld führt, denn diese Begriffe assoziieren ja gerade die von Haas kritisierte vermeintliche Ehrhaftigkeit und Romantisierung des Krieges.

    Allerdings werde ich mit Haas These auch nicht so ganz warm. Ein Drohenbefürworter ist er, wie du andeutest, auch nicht. Auf die sollte man meiner Meinung nach nämlich ähnliche Wortfelderanalysen loslassen; da ist ja z.B. immer wieder von der „chirurgischen Präzision“ die Rede. Ich meine, das wurde schon für die Luftangriffe in Jugoslawien reklamiert und zeigt einen vielleicht schon verblendeten Glauben in die eigene Kriegstechnologie: denn selbst wenn die so präzis wäre, was nützt der beste Chirurg, wenn er den falschen Finger amputiert (und der Finger schon ein halbes Dorf ist). Wenn man noch tiefer in die Abgründe dieser Mentalität guckt, dann liegt vielleicht sogar ein Fünkchen Wahrheit in der zynischen Provokation des IS in Richtung Amerika, diese sollten sich doch mal mit Bodentruppen zu ihnen trauen: Krieg ist besser anderswo und am besten noch ohne Opfer an der eigenen Bevölkerung.

    Vielleicht hat mete doch einfach recht mit seinen zu einhaltenden humanitären Mindeststandards (z.B. internationales Völkerrecht, s. z.B. hier: http://www.deutschlandradiokultur.de/friedensforscher-drohnen-ethisch-hochproblematisch.954.de.html?dram:article_id=246495 ) – d.h. man könnte vielleicht sogar einen Drohnenkrieg führen ohne Völkerrecht zu brechen, de facto wird natürlich wieder drauf geschissen.. womit dann nur noch die Flucht in einen real-zynische Pazifismus bliebe, wie ihn der epizentriker skizzierte?

    • Weniger Links bitte, Phorky, musste deinen Kommentar aus dem Spam-Ordner fischen, war reiner Zufall, dass ich ihn dort entdeckte.

      Gegenwind ist schon okay, bei mete habe ich allerdings das Gefühl, dass er mich seit geraumer Zeit auf dem Kieker hat und meine Texte gar nicht wirklich liest, sondern nur nach undichten Stellen abscannt, wo er einhaken und mir ans Bein pinkeln kann. Das geht seit über einem Jahr so, vielleicht bin ich deswegen immer schon ein wenig überreizt, wenn ein Kommentar von ihm eintrudelt. Zwischendrin auch mal auf den Likebutton zu hauen, würde schon helfen als Signal, dass man es grundsätzlich noch mit einem Wohlgesonnenen zu tun hat.

      Und zu Haas nochmal: Er kritisiert wirklich nur die Argumente, die von Drohnenkritikern tatsächlich vorgebracht werden, und liefert sicher kein Plädoyer FÜR die Drohne. Er macht sogar Andeutungen, wie man die Drohne besser, ohne Heldenschablone, kritisieren könnte, aber das unterbleibt ihm zufolge eben in der Debatte. Muss ich ihm glauben, ich bin in der Debatte ja überhaupt nicht drin. Stattdessen kritisieren die Gegner der Drohne offenbar, dass Täter und Opfer einander nicht ins Auge sehen können. Und da hat Haas doch einfach Recht, wenn er dazu schreibt: „Der Fluchtpunkt […] bleibt hier also die Vorstellung eines durch und durch symmetrischen Blicks zweier Kämpfer. Es ist Jüngers Wunsch nach dem Blick in das „Weiße im Auge des Feindes“. Damit beschwört auch Chamayou [ein prominenter Drohnengegner] ein Kriegsmodell, dem völlig unabhängig von der Drohne in der militärhistorischen Realität seit Urzeiten nichts mehr entsprechen kann.“

      Soviel zu metes Marschflugkörpern.

      • Ich glaube, die Vorbehalte gegen die Drohnen lassen sich doch in der Beobachtung zusammenfassen, dass es sich um einen Bombenkrieg ohne Bomben handelt. Churchill umriss seine job description während des Kriegs gegen Nazideutschland mit dem Wort: „Terrorist“.

      • Ja, genau, mete hat es auf Dich abgesehen, weswegen er auch eine Polemik gegen Deine Person verfasst hat. Weißt Du was mich manchmal zur Weißglut bringt: Wenn (anscheinend) wenig durchdachtes ohne weiteres Nachdenken affirmativ kommentiert wird. Möglich, dass ich dann ein wenig grimmig bin, aber das wirst Du aushalten, oder? Ich denke, das muss man, wenn man öffentlich schreibt (und beschimpft oder beleidigt habe ich nun wirklich niemanden). — Ich kann like-buttons nicht ausstehen und verwende sie nie (völlig unabhängig von irgendwelchen Personen).

        Ich habe, wie gesagt, die öffentliche Debatte anders in Erinnerung, nämlich ganz ohne Heldenaspekte, sondern auf die rechtsstaatlichen Probleme fokussiert (möglich, dass da jeder in seiner Blase liest). — Der Drohneneinsatz ist in einem (offiziell verkündeten) Krieg, nichts anderes als ein Fernkampf, wie er mit Flugzeugen oder Marschflugkörpern, u.ä., geführt wird (deswegen der Hinweis in meinem Kommentar ganz am Anfang). Weswegen nur der Einsatz im Fall eines nicht erklärten Kriegs interessant ist: Wenn in Pakistan Menschen auf Grund eines Verdachts ermordet werden, und der Tod Unschuldiger in Kauf genommen wird, dann hat eine Kritik daran (Asymmetrie, Fairness, Rechtsstaatlichkeit, etc.) nicht mit einem Kampf zu tun, weil es gar keine Kämpfer gibt, sondern nur einen „Schützen“, der aus dem Hinterhalt zuschlägt (was sich vom Fernkampf in eine Krieg dadurch unterscheidet, dass ein Soldat weiß, dass er sich im Krieg befindet). — Ist das verständlich?

      • Klar halte ich das aus. Ich habe das Artilleriefeuer von General Bersarin überlebt, ich glaube fast, ich bin UNSTERBLICH! Die Frage ist bloß, ob ich da Bock drauf habe. Die Wahrheit ist nämlich: Du hasst Like-Buttons, und ich hasse endlose Internetdiskussionen, vor allem mit grimmigen Miesepetern, die offenkundig niemals zur Kenntnis nehmen, was man eigentlich geschrieben hat und was man ihnen entgegnet. Eine Patt-Situation, was machen wir jetzt? Aber hey, ich hab eine Idee: Du kaufst dir diesen verdammten Artikel, liest ihn, und schreibst dann einen grimmigen Leserbrief an die Redaktion des Merkur. So kannst du deinen Dampf an der richtigen Adresse ablassen und ich krieg wieder meine Ruhe. Deal?

      • Okay, die Antwort bin ich dir vielleicht wirklich noch schuldig: Du nimmst nicht zur Kenntnis, dass 1. sich mein Artikel um etwas völlig anderes dreht, als worüber du schreibst und mich angreifst. 2. ich auch Zitate und Belege dafür bringe, dass Haas nicht völligen Bullshit sagt, sondern gewisse Argumente der Drohnengegner als tatsächlich invalide entlarvt. Und dass es 3. vielleicht wirklich noch andere Argumente gibt, um die es aber leider weder bei Haas noch bei mir im mindesten geht. Es ist als ob ich einen Artikel über Donald Duck schriebe und mich dann dafür kritisieren lassen muss, dass Kant darin nicht vorkommt. Nonsequitur nennt man sowas. Und daraus schließe ich halt dann, dass du mich offensichtlich angreifst rein um des Angreifen willens, weil dir mein Schreiben generell nicht passt, aus welchen Gründen auch immer. Sich aus so einer unhaltbaren Position heraus dann als unbequemen, kritischen Geist zu stilisieren, finde ich billig.

      • Ach, und viertens nimmst du nicht zur Kenntnis, dass ich einfach keine Lust habe, dir den gesamten Haas-Artikel zu paraphrasieren, um dich von irgendwas zu überzeugen, was du ja eh schon besser weißt, so wie du ja immer alles schon immer eh besser weißt. Und damit ist die Diskussion für mich jetzt wirklich beendet, alle weiteren Antworten bitte wirklich an die Merkur-Redaktion. Danke.

      • Wenn ein Schreibender eine unzureichende oder unvollständige Argumentation anführt und man ihn darauf hinweist, darf ich das nicht, weil es nicht in dem Text vorkommt, verstehe … das hat auch einen Namen: Immunisierung.

      • Auch hier wieder, es ist wirklich faszinierend: Ich weise dich zum wiederholten Mal darauf hin, dass die Argumentation tatsächlich zureichend und vollständig bezüglich ihres selbst gesetzten Kontextes ist, und du behauptest einfach das Gegenteil, ohne jegliche Begründung. Immun gegen Argumente bist du, nicht ich. Statt dass du wirklich mal den Originaltext läsest, es geht dir nur darum, mich anzustänkern. Internetdiskurs wie er leibt und lebt.

      • Übrigens, um vielleicht doch noch mal eine versöhnliche Hand auszustrecken: Was ist das für ein Essay über Rambo, den du gelesen hast? Das würde mich vielleicht auch interessieren.

      • Herr Haas hat, wenn ich dem folge, was Du schreibst, eine These über die Realität aufgestellt, nämlich die, dass Drohnenkritiker (zu denen ich mich zähle), sich im Grunde einen heroischen Zweikampf und einen Krieg wie in Ernst Jünger beschrieb, zurückwünschen (wissentlich oder nicht oder zumindest unzulänglich argumentieren, da diese Zeiten längst vorbei sind).

        Du bezeichnest die These als interessant, auch wenn Du einwendest, dass das vielleicht nicht automatisch jeder Drohnenkritiker tut, dem diese Flugkörper unheimlich sind. — Sachlich wendest Du nichts ein, ich gehe daher davon aus das Du das weitgehend teilst, die Diskussion hat das bestätigt, meinem Kommentar gegenüber hast Du genau in dieser Richtung argumentiert (Stichwort: Ritterlichkeit).

        Mich ärgert, dass mir jemand a) eine romatisch-kritische Haltung unterstellt (Haas, nicht Du), dass b) ein Teil der Realität dieser Diskussionen (nämlich die rechtsstaatlichen Aspekte) außen vor bleiben und dass c) der Autor des obigen Texts (Du) etwas wiedergibt ohne viel darüber nachgedacht zu haben (ich kenne den Ausgangstext nicht und kann ihn, da er sich hinter einer paywall befindet, nicht ohne weiteres lesen; zudem ist es Aufgabe desjenigen, der eine fremde These aufgreift, die relevanten Informationen verfügbar zu machen oder darauf zu verweisen, dass sie unvollständig sind).

        Eine These, die über die Realität aufgestellt wird (in diesem Fall über Diskurse zu einem bestimmten Thema), kann sich nicht ihm Rahmen eines Texts für vollständig bezüglich ihres selbstgesetzten Rahmens erklären, weil der entscheidende Bezugspunkt nicht der Text ist, sondern die Realität (ich bin außerdem nicht der einzige der sie bezweifelt, Phorky tut das auch).

        Zur Erinnerung der Anfang Deines Texts: „Im aktuellen Merkur findet sich ein sehr lesenswerter Artikel von Claude Haas über die Drohnendebatte. Er zeigt darin, dass die Drohnenkritiker, die vordergründig die moralisch superiore Position zu vertreten scheinen, implizit für eine Rückkehr zu einem Ernst-Jünger-mäßigen heroischen Zweikampf Mann gegen Mann plädieren, ja, dass dieses heldische Narrativ, das seit der Ilias dem Erzählen über den Krieg unterlegt ist, unser Denken über den Krieg immer noch bestimmt, obwohl es durch die Technisierung und Industrialisierung des Krieges ja eigentlich schon zu Jüngers eigenen Zeiten obsolet war. Weil der Drohnenlenker sich selbst nicht in Gefahr begibt, sein eigenes Leben nicht aufs Spiel setzt, gilt er dem Drohnengegner als ein Feigling, der sich vor dem „echten“ Kampf drückt.“

      • Lieber Mete,

        wenn ich sage, dass ich endlose Internetdiskussionen hasse, dann meine ich das ernst. Das ist einfach so, kann ich auch nichts machen, das mag ich einfach nicht, kommt doch auch nie etwas dabei heraus. Ich finde das wirklich den Ausbund an Unhöflichkeit, auch auf die wiederholte Bitte, die Debatte bitte zu beenden, trotzdem immer noch einen Kommentar draufzupacken. Es ist auch wirklich nicht meine Aufgabe, dir Paywall-Artikel vorzubuchstabieren, nur weil ich sie als lesenswert apostrophiert habe. da kann ich ja nur lachen. Ich hab überhaupt keine Aufgabe hier, das ist die Blogosphäre, wach mal auf, ich muss hier gar nichts. Das ist meine Freizeit, die ich hier verschwende, und ich ärgere mich wirklich über mich selber, dass ich so blöd bin, sie mir von dir wegfressen zu lassen. Der Artikel kostet 2 Euro, da kann ich auch nichts dafür, aber wenn dich das Thema wirklich so brennend interessieren würde, wie du vorgibst, sollte das vielleicht drin sein, denke ich.

        Aber weil ich so ein irre lieber Gutmensch bin, hier meine allerletzten Worte zu dem Thema: Wie bereits erwähnt, wird in dem Artikel auch auf den Unterschied zwischen dem ius ad bellum und dem ius in bello unterschieden. Das ius ad bellum, das muss man einfach mal als Realität anerkennen, ist de facto suspendiert. Die Kriege, über die wir hier reden, sind keine zwischen Staaten mehr, es gibt keine Kriegserklärungen mehr. Ich habe wirklich in meinem Leben noch nie in der Zeitung gelesen, dass ein Staat einem anderen offiziell den Krieg erklärt hätte. Gerade du, der du so oft das Wort „Realität“ verwendest, solltest diese Realität vielleicht mal zur Kenntnis nehmen.

        Es herrscht also ein Krieg „gegen den Terror“, der niemals gegen irgendeinen konkreten Staat erklärt wurde. Und da werden Drohnen eingesetzt. Aber auch Menschen. Bin Laden wurde von echten Soldaten abgeknallt. Ohne Kriegserklärung, ohne Gericht, ohne Urteilsspruch, von US-Soldaten, auf pakistanischem Boden. Geht das in Ordnung?

        Verstehst du, was ich meine: Wenn man über Kriegsrecht als solches spricht, dann müsste man auch darüber reden. Wenn man nur die Drohne als Waffe ablehnt, all die andere Scheiße aber okay findet, dann muss man über Technik reden, und klar, dann kommt man in die Position, zu behaupten: Wenn Menschen andere Menschen abschlachten, ist das unter Umständen okay, aber wir wollen keine Maschinenschlachtung. Und das halte ich halt für völligen Stumpfsinn, der Haas-Artikel hat mir da wirklich die Augen geöffnet.

        Ich bin halt Old School Pazifist, ich lehne das alles ab, aber die Drohne fügt den bekannten Kriegsszenarien nichts wesentlich Neues hinzu, du sagst es ja selbst, mit den Marschflugkörpern. Wer Drohnen ablehnt, aber Krieg im alten Sinne mit Kriegserklärung und allem Pipapo wäre okay, der lebt in einer Zinnsoldatenzeit, die nichts mit unserer Gegenwart zu tun hat.

        Und das ist wirklich alles, was ich dazu zu sagen habe. Mehr weiß ich einfach nicht, tut mir leid, wenn du mich mit dem Doktor Allwissend verwechselt haben solltest. I declare hiermit: Ich bin es nicht.

      • Arschloch, habe eine Stunde an Kommentar für dich gearbeitet, ich halt mich schon selbst für verrückt, dass ich so viel Zeit auf Verrückte verwende. Get a life! Und bitte verschone mich mit weiteren Wortschwällen, hab echt die Schnauze voll jetzt.

      • Häng mal Deinen Kopf unters kalte Wasser, dieser Kommentar hat überhaupt nichts mit Dir zu tun (ich hatte noch keine Zeit Phorkyas‘ Link zu lesen und habe es vorhin nachgeholt; oder brauche ich jetzt schon Deine Erlaubnis um mich bei jemandem bedanken zu dürfen?).

  6. Nein, man kann diesen Vorwurf der Hingeschludertheit natürlich auch verstehen, ihn stehen lassen, man könnte ihn vermutlich sogar radikal zuspitzen … ich habe das genus dicendi des angeheiterten Familienvaters gewählt, der Bargäste anpöbelt, die sich während des Stand-ups seines Sohnes über dessen mangelnde Witzigkeit mokieren, weil sie ein anderes Humorverständnis haben. Alles, was ich sagen wollte, war: „Lasst den Mann doch singen, Herrgott!“
    Was ich zu „Rambo“ noch bemerken wollte: Man kann diesen Film m. E. nur verstehen vor der Folie der umwerfend (buchstäblich) erfolgreichen „Rocky“-Filme. Beides ist ja die gleiche Figur, nämlich Stallone, der einsame Fighter mit den Fäusten aus Eisen und dem Herzen aus Plüsch. Im Grunde schöpft doch „Rambo“ die Dialektik des „Rocky“-Ansatzes aus: Was, wenn man die Welt eben NICHT besiegen kann? Weil es, anders als beim Boxen, keine Regeln gibt, an die sich alle halten? Wenn die Welt voll Drohnen wär?
    Rambo entspricht ja tatsächlich dem klassischen Kriegerideal (fair, edel, stärker als der Schmerz), allerdings vor dem Hintergrund, dass seine Gegner Roboter sind, also Russen und zu Michelin-Männchen aufgepumpte Farbige, und dass er selbst aufgepumpt ist von einem Kriegstrauma, das sich gewaschen hat. Was offenbar der Stoff ist, aus dem Kriegerdenkmäler sind.
    Danke Ihnen für die Aufmerksamkeit.

    • Sehr interessanter Ansatz. Hinzuzufügen wäre vielleicht noch, dass Stallones Karriere nach zwei sehr erfolgreichen Rocky-Filmen vollständig einknickte, Flopgarant, ein rotes Tuch für Hollywoodproduzenten. Rambo ist so gesehen Stallones persönlicher Rocky III-Film, der tot geglaubte Underdog kämpft sich noch einmal gegen alle Erwartungen auf den roten Teppich bei den Oscars.

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