Normal elektrisch singen

Gestern las ich folgenden Tweet:

Ohne zu wissen, wer Jörg Widmann ist, geschweige denn von seiner Elegie für Klarinette und Orchester je etwas gehört zu haben, wusste ich sofort, was los ist: Zwischen zwei Mozartkompositionen presst man einen sogenannten zeitgenössischen Komponisten. Kaum jemand liebt das besonders, ich kenne niemanden, der wegen der Gegenwartskompositionen in solche Veranstaltungen geht. Man kommt wegen Mozart oder Beethoven oder Bruckner, und muss den obligatorischen Neutöner, der irgendwo ins Programm gequetscht ist, eben mitschlucken. Das ist die bittere Pille, an der man nicht vorbei kommt, wenn man den Mozart auch mal live haben will. Seit Jahren und Jahrzehnten wird diese Aufführungspraxis angewandt. Warum eigentlich? Warum gibt man nicht für die Mozartfans reine Mozartkonzerte, und für die Fans dieser sogenannten Neuen Musik eben reine Neuemusikkonzerte? Ich vermute mal, weil es solche Neuemusikfans nicht in ausreichender Menge gibt, um selbst den kleinsten Konzertsaal zu füllen. Die Freunde der alten Musik werden daher zwangsverpflichtet, sich dieses Zeug anzuhören. Wie dem Tweet zu entnehmen, versaut einem das innerhalb kürzester Zeit auch die größte Freude am Mozart.

Neulich erst hatte der Ochse mir von einer zufälligen Begegnung mit einem solchen Neuemusikkomponisten erzählt, der ihm als ein ganz aufgeblasener Fatzke vorgekommen war, ein unerträglich manieriertes Künstlergetue mit wehendem Schal sei ihm da übel aufgestoßen, und ich hatte ihm, dem Ochsen, daraufhin sofort eine Kurzversion meiner Theorie der Musikgeschichte gegeben: Die sogenannte klassische Musik ist tot, die Konzert- und Opernhäuser sind Museen, die Neue Musik, die sich als eine Fortschreibung dieser klassischen Musik begreift und mit deren Instrumentarium operiert, ist ein fataler Irrtum, der im Grunde fast kein Publikum hat und nur durch staatliche Subventionierung und die Unterbringung im nach wie vor beliebten musealen Mozart- und Beethovenprogramm überhaupt überleben und existieren kann.

Ich glaube, Arnold Schönberg hat in den zwanziger oder dreißiger Jahren prophezeit, in fünfzig Jahren würden die Leute beim Anhören von Zwölftonmusik dasselbe Wohlgefühl empfinden wie seine Zeitgenossen bei einer Mozartsymphonie. Es ist nicht so gekommen, das muss man doch mal ganz klar sagen und eingestehen. Mit Schönberg, Berg, Webern und Richard Strauss starb die klassische Musik Mitte des 20. Jahrhunderts endgültig ab, die heutigen Wurmfortsätze hängen rein an der Beatmungsmaschine der staatlichen Subventionierung.

Dabei geht es nicht um eine unsinnige Dichotomie zwischen Pop und Klassik. Die Gründe für diesen Wandel sind meines Erachtens vor allem medientechnischer Natur. Immer besser werdende phonographische Aufzeichnungen machten das komplizierte und unzuverlässige schriftliche Notieren von Musik überflüssig. Der Komponist machte sich unabhängig von den ausführenden Interpreten, spielte seine Musik fortan einfach selber auf Platte ein, und das war dann das Werk. Improvisation wurde zu einer Technik des Komponierens, indem die Musik im Moment ihres Entstehens fixiert und gespeichert werden konnte, unabhängig von schriftlicher Notation. Die eigentliche Geburtsstunde des Jazz. Und wenig später wälzte die Möglichkeit elektrischer Verstärkung die Aufführungspraxis endgültig über den Haufen. Man brauchte keine gigantischen Symphonieorchester mehr, um einen Saal mit Klang zu füllen, keine massigen Bläsergruppen mehr. Die Gitarre, die noch in den Big-Bands der dreißiger Jahre eine völlig untergeordnete Rolle spielte, mehr ein interner rhythmischer und harmonischer Stabilisator, aber – dem Cembalo der Barockmusik nicht ganz unähnlich – für das Publikum fast unhörbar, emanzipierte sich unter den Bedingungen der elektrischen Verstärkung schlagartig und wurde zum tragenden Instrument einer wahrhaft neuen Musik. Ebenso die menschliche Stimme, die unter klassischen Bedingungen mühsam ausgebildet werden musste, einfach nur, um einen großen Konzert- oder Opernsaal füllen zu können: Plötzlich konnte sie wieder, man möchte fast sagen: zum Ursprung zurück. Reiner, unverstellter Gesang, dem seine Individualität auch nicht durch eine klassische Gesangsausbildung ausgetrieben werden musste. So steht, nach mehreren medientechnischen Revolutionen und dem Untergang der klassischen Musik, in den Sechzigern plötzlich ein Typ wie Bob Dylan vor uns, mit elektrisch verstärkter Gitarre um den Hals und einem Mikrofon vor dem Mund, und alle sagen erstmal: Moment mal, äh, der kann doch gar nicht singen! Und reißt dennoch alle in seinen Bann mit dieser Stimme, den hingeschrammelten Akkorden auf der Gitarre, den Texten, für die er immer wieder nicht den Literaturnobelpreis bekommt und damit immer noch höher steigt im Olymp der ganz Großen.

Ich will auch mal wieder ins Konzert, gerne auch Mozart, ich will da nicht falsch verstanden werden: Ich liebe Mozart. Ich gehe ja auch gerne ins Museum und schau mir die Werke vergangener Zeiten an. Aber man kann heute keine Passacaglia mehr komponieren, auch nicht für zehn Presslufthämmer und Klarinette, das ist einfach Unsinn. Dann lieber ein improvisiertes Gitarrengeschrammel von Peter Doherty, der ja auch auf ganz und gar unverwechselbare Art und Weise nicht singen kann.

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26 Kommentare zu “Normal elektrisch singen

  1. Oh, da habe ich ja was losgetreten… Aber Du beschreibst das Problem sehr treffend.
    Positiv immerhin, daß der Komponist sein Stück selbst spielte, das ganze also wahrhaft zeitgenössisch wahr.

  2. Leider fehlt mir hier etwas der Kontext, da im Text kein Tweet angezeigt wird.
    Ansonsten: D’accord.
    Darüber hinaus: Ich liebe den Absatz zur „zufälligen Begegnung“.

  3. Wenn ich lese, dass Mozart Alte Musik sein soll, bekomme ich einen Anfall.

    Worauf genau willst Du hinaus? Dass der Konzertbesucher nicht behelligt werden sollte? Ich glaube, es gibt genug Konzerte wo das nicht der Fall ist (meiner Erfahrung nach). Darüber hinaus offenbart das ein seltsames, ich nennen es einmal Wohlfühlkunstverständnis.

    Man sollte nicht Komponisten, sondern deren Werk kritisieren, diese personen- und biographielastige Kritik treibt in der Literatur schon Unwesen genug, man muss das nicht ausweiten.

    Ansonsten kann die Nichterfüllung von Schönbergs Satz (den ich mehr in der Richtung, dass diese Art der Musik jedem geläufig sein würde, in Erinnerung habe) ja Ausgangspunkt einer Kritik sein, da gibt es durchaus Anhaltspunkte (so aber spüre ich dahinter mehr Ressentiment als ein Fundament).

    Eine Fantasie für Klarinette von Widmann auf YouTube.

    • Ach komm, Mete, lass uns nicht wieder um Formulierungen feilschen. Ich verwende „alte Musik“ hier nicht als Fachterminus – wenn ich das wollte, hätte ich „Alte Musik“ geschrieben – sondern „alt“ eben in seiner ganz normalen Verwendung, und da wird man doch eine über 200 Jahre alte Musik „alt“ nennen dürfen. Ansonsten geht es mir überhaupt nicht um die Person Widmann und dessen konkretes Werk, von dem ich ja zugebe, es nicht zu kennen, sondern um eine allgemeine Aufführungspraxis, die ich aus den genannten Gründen für falsch und überholt halte. Ressentimentgeladen finde ich jetzt ehrlich gesagt eher deinen Vorwurf, ich hätte ein Wohlfühlkunstverständnis, aber geschenkt, ich kann damit leben.

      • [Oder Freunde alter Musik, dann wäre es klar gewesen (man könnte Deiner Argumentation folgend auch Mahler oder Schönberg als alt bezeichnen; daneben verwendest du Begriffe wie „Neue Musik“ und „Klassische Musik“, ganz aus der Luft gegriffen ist meine Einwand also nicht).]

        Aber gut, wir wollen uns nicht darin verlieren: Was mich ärgert und was ich mit persönlich meinte, sind solche Formulierungen:

        „Neulich erst hatte der Ochse mir von einer zufälligen Begegnung mit einem solchen Neuemusikkomponisten erzählt, der ihm als ein ganz aufgeblasener Fatzke vorgekommen war, ein unerträglich manieriertes Künstlergetue mit wehendem Schal sei ihm da übel aufgestoßen, und ich hatte ihm, dem Ochsen, daraufhin sofort eine Kurzversion meiner Theorie der Musikgeschichte gegeben:“

        Und was mich noch mehr ärgert, ist, dass man Dein Verdikt auf jede Form der modernen Kunst anwenden kann, Literatur, bildende Kunst, usf., weil es inhaltsleer ist, weil es weder musikgeschichtliche Entwicklungen berücksichtigt (die Neue Musik hat ja nicht eine einzige Person erfunden), noch, dass die Neue Musik einen Traditionsbruch darstellt (oder man sie als solchen auffassen kann) und warum sie schwer verständlich ist oder so seltsam klingt. Mir fehlt der Wille sich darauf einzulassen und das sollte man als (vor allem pauschal Urteilender) schon tun (und dann meine ich, wird die Ablehnung auch fruchtbar). — Dass die moderne Kunst mit der Schönheit gebrochen hat, sollte eigentlich bekannt sein (soviel zum Schönheitsargument).

        Das bedeutet nicht, dass man moderne Kunst nicht kritisieren dürfe oder dass sie eine heilige Kuh ist, es wird sich zeigen was bleibt, aber eine Kritik sollte dem Argument verpflichtet belieben. Oder?

        [Das stellt nicht in Abrede, dass manche Zustandsbeschreibung oben durchaus richtig ist.]

      • Naja, ich kann dazu nur sagen: So war es nun einmal. Die Bemerkungen meines Freundes über eine Begegnung mit einem zeitgenössischen Komponisten gaben den Anlass, dass wir über Neue Musik im allgemeinen weiterredeten und darüber nachdachten, warum sie sich unserer Meinung nach überlebt hat. Und als Grund dafür führe ich doch keineswegs das Schönheitsargument ins Feld sondern im Gegenteil ein medientechnisches: Weil die Methode, Musik schriftlich zu notieren, durch technische Entwicklungen obsolet geworden ist, ebenso wie das klassische Instrumentarium und die klassische Gesangsausbildung. Für Wagneropern braucht man diese Ausbildung noch immer, klar, ich will das alles auch nicht abschaffen, aber mir erscheint es fragwürdig, für das überholte Instrumentarium noch neue Werke zu komponieren. Es kommt mir ein bisschen so vor, als würde jemand heute Science-Fiction-Romane auf Mittelhochdeutsch mit einem Federkiel schreiben. Aber wohlgemerkt: Die Anekdote mit dem „Fatzke“ gab nur den Anlass für diese Überlegungen. Weder behaupte ich im Text, dass Widmann so ein Fatzke sei, noch dass alle Komponisten zeitgenössischer Musik es seien.

        Und zuletzt: Ich habe mich mit Neuer Musik durchaus auseinandergesetzt, habe mich mit Schönberg, Berg und Webern intensiv beschäftigt, halte deren Werke auch für grandios, bloß markieren sie meines Erachtens eben einen gewissen Endpunkt. Meine ebenso ernsthaft unternommenen Versuche, der Musik von Nono oder Stockhausen etwas abzugewinnen, sind gescheitert, aber nicht wegen mangelnder Schönheit. Dass Stockhausens Schüler teilweise in die Rockmusik bzw. frühe Technomusik abwanderten, erscheint mir im Lichte der obigen Argumente total logisch. Ich hau bloß nicht immer mein gesamtes Wissen in jeden Blogpost rein, aber du kannst mir dennoch glauben, dass ich nach Möglichkeit nie über Dinge schreibe, von denen ich gar keine Ahnung habe.

      • Siehst Du nicht welche Zusammenhänge Du herstellst? Nämlich zwischen der angerissenen Äußerung über die Persönlichkeit des erwähnten, nicht näher bezeichneten, Komponisten „ganz aufgeblasener Fatzke …ein unerträglich manieriertes Künstlergetue mit wehendem Schal,“ und der Neuen Musik selbst (“ … die Neue Musik, die sich als eine Fortschreibung dieser klassischen Musik begreift und mit deren Instrumentarium operiert, ist ein fataler Irrtum“). Das ist klug arrangiert, die klassischen Gemeinplätze und (etwaigen) Vorurteile der Leser werden bedient, aber nichts explizit behauptet. — Solche „Argumentationsstrategien“ sind bekannt (und gefährlich).

        Du schreibst im Ausgangstext, dass man den „den obligatorischen Neutöner, der irgendwo ins Programm gequetscht [wurde], eben mitschlucken“ müsse, das sei „die bittere Pille, an der man nicht vorbei kommt, wenn man den Mozart auch mal live haben will“, davon dass es „Neuemusikfans nicht in ausreichender Menge gibt, um selbst den kleinsten Konzertsaal zu füllen“, daher werde man „zwangsverpflichtet, sich dieses Zeug anzuhören“ und einem „innerhalb kürzester Zeit auch die größte Freude [an] Mozart“ genommen. Hier wird der Stab über die komplette Neue Musik, die Musik des 20., eines ganzen Jahrhunderts, gebrochen und dann erzählst Du mir Du hättest Dich mit „Schönberg, Berg und Webern intensiv beschäftigt“ und hieltest „deren Werke auch für grandios“ (bitte jetzt keine Frühwerksausrede). Das soll ich ernstnehmen? Vielleicht auch noch den Nachsatz: „Ich hau bloß nicht immer mein gesamtes Wissen in jeden Blogpost rein, aber du kannst mir dennoch glauben, dass ich nach Möglichkeit nie über Dinge schreibe, von denen ich gar keine Ahnung habe.“?

        Entweder ist Dein Text ein Zugeständnis an gängige Vorurteile und Geschmäcker wider besseren Wissens, was unredlich wäre, oder Du versuchst mich für dumm zu verkaufen.

        Die Überkommenheit von Notation und Instrumenten habe ich nicht verstanden, die Notation ist für Wiedergabe und Komposition notwendig, wie soll man Stücke (vor allem für mehr als ein Instrument) über- oder erarbeiten können; interpretieren, analysieren und verstehen; und nicht zu Letzt: vermitteln? Ich sehe auch nicht, wo die Klangfarbe
        von Instrumenten schon durch Computer obsolet gemacht worden wäre, bzw. der Beitrag des Musikers der spielt. Zudem kann man beinahe jedes klassische Instrument zu einem elektronischen machen (wie das mit der Gitarre schon lange passiert ist), auch daraus ergeben sich neue Möglichkeiten (vielleicht werden in Zukunft die jetzt verfügbaren historischen Instrumente, die wir klanglich kaum kennen, genutzt?).

        Ich habe übrigens nichts gegen eine Fundamentalkritik der Neuen Musik, sofern sie auch bereit ist Argumente in die Hand zu nehmen, dann kann man darüber diskutieren und daraus lernen.

        [Das Schönheitsargument bezog sich auf Deinen Kommentar; zugegeben, man kann Gefallen auch anders interpretieren.]

      • Ich versuche absolut nicht, dich für dumm zu verkaufen, ich hab – wie so oft bei Diskussionen mit dir – den Eindruck, du willst mich nicht verstehen. Ich denke dann immer: „Mein Gott, das steht doch im Blogpost alles schon drin, warum muss ich alles jetzt nochmal und nochmal hinschreiben, erläutern, auseinanderklamüsern?“ Nämlich wenn du schreibst, ich bräche pauschal den Stab über die komplette Musik eines kompletten Jahrhunderts, dann ist das doch einfach unwahr. Ein solches Diktum erzählt doch bloß was über deine implizite Vorstellung von Musik, nämlich dass Jazz und Pop und dergleichen nicht wirklich zur Musik gezählt werden dürften. Meine These hingegen ist, dass sich im 20. Jh. die Musik grundsätzlich gewandelt hat, da das Aufschreiben der Musik in traditioneller Notenschrift durch technische Medien (phonographische Aufzeichnung) überholt und überflüssig gemacht wurde. Ein Jazzensemble spielt nicht ein schriftlich fixiertes Werk nach, sondern es handelt sich um einen kollektiven Kompositionsprozess im Moment des Musizierens: Improvisation. Die eben festgehalten werden kann durch phonographische Aufzeichnung, welche an die Stelle der alten Notenschrift tritt. Wie unzuverlässig das traditionelle Musiknotieren ist, siehst du doch beispielsweise an Beethoven. Der hat seinen Stücken Metronomangaben vorangestellt, und bis heute tobt unter Musikwissenschaftlern ein Grabenkampf, wie diese zu interpretieren seien. Kein Mensch weiß, wie schnell Beethoven das wirklich gespielt haben wollte. Bei John Coltrane weiß man das hingegen: Man muss nur eine seiner Platten auflegen. Er spielte es eben genau so schnell, wie er es für richtig hielt. Meine These ist eben, dass hier wirklich eine neue Technik eine andere abgelöst hat, weil sie besser war und den Bedürfnissen ihrer Zeit gerechter wurde und wird. Ist das wirklich so schwer zu verstehen oder von mir so unklar ausgedrückt? Vielleicht ist es ja auch falsch, mein Gott, es ist halt meine Meinung. Wenn man in 200 Jahren über die Musik der zweiten Hälfte des 20. Jh.s nachdenkt, wird man an die Beatles denken, nicht an Stockhausen, das ist meine feste Überzeugung.

        Ich geb schon zu, dass mein Ausgangstext polemisch gefärbt ist, aber ich erhebe doch auch gar nicht den Anspruch einer total objektiven, wissenschaftlichen Arbeit hier. Ich sehe nicht, wo so ein Argumentationsstil „gefährlich“ sein sollte. Hier differieren vielleicht unsere Vorstellungen von Bloggerei ganz allgemein. Ich betreibe mein Blog hier grundsätzlich von einer subjektiven Warte aus, ich erzähle hier etwas über meine Sicht der Dinge. Das muss man nicht gut finden, das muss man auch nicht so machen. Aber man sollte diese Grundhaltung mit in Rechnung nehmen, wenn man den anderen kritisiert.

        Dass du mir zutraust, zum Thema Berg etc. mit einer „Frühwerksausrede“ zu kommen, zeigt ja auch, dass du mich echt nicht ernst nimmst. Nein, ich rede da von Hardcore-Zwölftonmusik, von Lulu und Wozzeck, von Weberns minimalistischer Kammermusik. Das sind in der Tat Werke, die ich toll finde, denen man anmerkt, dass sie in ihrer Zeit aus einer absoluten Notwendigkeit heraus entstanden sind. Und überdies sagen diese Werke in meinen Augen eben auch etwas, was gar nicht in der Intention ihrer Urheber gelegen hat, nämlich: Hier ist ein Endpunkt erreicht, eine Zäsur, über die hinaus es in den alten Pfaden nicht mehr weitergeht.

        So sehe ich das, und die Gründe, warum ich das so sehe, sind doch jetzt auch zur Genüge mitgeteilt, oder?

        (Mein Kommentar mit dem „grauenvoll“ war in der Tat irreführend. Richtiger wäre: Mich lässt diese Klarinettenfantasie einfach völlig kalt, sie berührt mich nicht, ich finde sie beliebig und sehe absolut nicht, aus welchem inneren Bedürfnis heraus diese Abfolge von Tönen so akribisch notiert wurde. Und das wirst du mir ja vielleicht zugeben, dass Musik immer auch etwas mit Gefühlen zu tun hat, über welche sehr schwer begründende Aussagen zu treffen sind.)

      • Wir haben uns über Kunstmusik unterhalten, Du hast selbst die entsprechenden Termini eingangs verwendet, mit der Formulierung war „den Stab über die Kunstmusik eines ganzen Jahrhunderts brechen“ gemeint (ich weiß, dass diese Trennung ein Behelf ist und nicht absolut gültig ist, erst ab Beethoven wurde streng in diesem Verständnis komponiert, man kann wahlweise auch von komponierter [„durchdachter“] oder fixierter Musik sprechen). — Jedenfalls verwirfst Du im Ausgangstext das, was man Neue Musik nennt, nur um mir nachher zu erklären, dass die Werke von Schönberg, Berg und Webern grandios seien. Was gilt jetzt?

        Man kann Musik möglichst streng zu fixieren versuchen (was richtiger Weise nur unvollständig möglich ist; manche Versuche „Werktreue“ sind skurril, ohne Frage, aber auch da muss man aufpassen, wenn es darum geht eine historische Praxis wieder aufführen zu wollen, können Fragen des Tempos wichtig sein; oder auch wenn man wissen will, wie es der Komponist vorgesehen hat) oder stark improvisieren, wie etwa im Jazz. Das ist beides völlig legitim, nur sich das unterschiedliche Möglichkeiten, die schon immer existiert haben (der Generalbass war im Barock auch nicht komplett ausnotiert, ein guter Musiker ergänzt das, während er spielt) und ich bin mir relativ sicher: Je weiter wir zurückgehen, desto bedeutender werden die improvisatorischen Elemente. Ein Werk wie Mozarts Requiem (fertiggestellt von Süßmayr) kann man nicht improvisieren, wie sehr viele andere Werke der Kunst ist es auch das Ergebnis von langer Arbeit und insofern sehe ich die Bedeutung der Notation (die übrigens zur Phonographie gerechnet wird) weiterhin gewährleistet, egal ob das Werk sich im kleineren oder größeren Rahmen bewegt (Notation also als Basis von Kunstmusik).

        Dass ich Jazz und Pop außer vor gelassen habe, liegt sicherlich auch daran, dass ich mit ersterem nicht viel anfangen kann, also den Eindruck habe etwas nicht zu verstehen (daher erlaube ich mir auch kein Urteil); letzteren finde ich zumeist unbefriedigend, d.h. zu sehr auf Unterhaltung, Kommerz und Anlass ausgelegt (Ausnahmen gibt es, darüber müssen wir nicht streiten). Dass der Jazz m.E. harmonische Neuerungen brachte oder Kirchentonarten bei den Beatles auftauchen, ist wunderbar.

        Dass äußere Merkmale und persönliche Eigenschaften in den Kontext einer Bewertung kultureller Leistungen gestellt werden, ist demagogisch, und ja: gefährlich, das hat mit Subjektivität nichts zu tun.

        Natürlich ist die Klarinettenfantasie kalt, verglichen mit Mozart und wirkt in Teilen willkürlich. Ist sie das deswegen schon? Muss Musik Gefühle ansprechen? Liegt dass vielleicht daran, wie diese Art von Musik konstruiert ist? Vielleicht auch daran, dass es eine Fantasie ist? Man kann versuchen solche Fragen zu beantworten und wenn Du Dich mit Schönberg, Berg und Webern auskennst, müsstest Du meiner Einschätzung nach einige Antworten haben, die über eine bloß gefühlte Ablehnung hinaus gehen.

      • Ich kritisiere im Ausgangstext eigentlich eine Aufführungspraxis von heute, (mit heute meine ich 2014), nicht die Neue Musik als Ganze. Schönberg, Berg und Webern sind 70 Jahre tot. Sie werden als Begründer dieser Neuen Musik angesehen, das stimmt schon. Ich sehe sie, wie jetzt auch schon zum wiederholten Mal gesagt, als Vollender der klassischen Musik (hier Klassik nicht im engen Sinne gemeint, sondern inklusive Barock, Romantik etc.). Eine Trennung von Kunstmusik versus Nichtkunstmusik macht über diesen Epochenwechsel hinaus in meinen Augen keinen Sinn mehr, weil Fixierung der Musik nicht mehr an traditionelles Komponieren in Notenschrift gebunden ist.

        Mehr habe ich nicht zu sagen, auch zur Klarinettenfantasie nicht. Wenn das im Umkehrschluss für dich bedeutet, dass ich mich mit Schönberg, Berg und Webern doch nicht auskenne, dann hast du vielleicht einen sehr akademischen Begriff von „auskennen“, mir fällt jedenfalls zu Widmanns Fantasie nicht mehr ein.

        Die Vorwürfe der Demagogie und des gefährlichen Argumentierens lasse ich jetzt ebenfalls einfach mal so im Raum stehen, rufe allenfalls nochmal kurz in Erinnerung, dass wir hier von Klarinettenfantasien reden, nicht von Atomraketen.

        Ich bin erschöpft, du nicht auch? Wollen wirs hiermit nicht vielleicht bewenden lassen?

      • Können wir (gerne). Es kann sich ja jeder seine Meinung bilden, die Argumente liegen — sozusagen — auf dem Tisch (ich fand es auch nicht unergiebig; und schön, dass wir nicht aneinander geraten sind).

      • Ja, so kann man es sehen. Wir haben gerade nochmal die Kurve gekratzt und die Contenance bewahrt. Mich machen Netzdebatten immer sehr schnell müde, gleichzeitig hat dein Argumentationsstil etwas Provozierendes, was mich tendenziell schnell auf die Palme bringt. Kannst ja mal bei Gelegenheit bei dir im Blog etwas schreiben über deine Auffassung der Musik und ihrer Lage heute. Würde mich schon interessieren und dann müsste man nicht immer nur so ex negativo sprechen.

      • Ich bin dazu nicht in der Lage, weil ich viel zu wenig kenne (das Neue ist ja viel schwieriger zu greifen, weil es noch im Fluss ist und kaum eine Sichtung erfolgt ist). Wir könnten über einzelne Stücke sprechen oder ich kann versuchen ein paar Sachen zur Neuen Musik zu schreiben, aber das geht nicht sofort und ich fürchte es wird dann doch dilettantisch bleiben (ich merke es einmal vor).

        Es scheint so zu sein, dass die großen Meister abnehmen. Stimmt das? Und falls ja, woran liegt das? Schwierig.

        Was mich zu Beispiel verwundert hat: Warum fallen die Namen Messiaen, Strawinski, Bartók, Hindemith und Britten nicht? Das sind ganz verschiedene, nicht unbedingt typisch klassisch-moderne Vertreter, aber bedeutende Komponisten, die eigene Wege gegangen sind und die zur Neuen Musik gehören.

        Was ist an meinem Stil provozierend? Das interessiert mich sehr.

    • P.S.: Die verlinkte Klarinettenfantasie bestätigt alle meine Vorurteile gegen diese Art Musik. Aber wenn dir sowas gefällt, will ich dir das keineswegs madig machen. Ich finde es halt grauenvoll, wohl weil ich ein plüschiger Kuschelkunstfreund bin.

  4. Das habe ich erst am Wochenende auf einer Geburtstagsfeier in sehr ähnlichen Worten gehört. Lustigerweise von einem Ministerialreferenten (oder wie man da sagt) für Kultur.

    • Ah, interessant. Kann ich mir andererseits schon auch gut vorstellen, dass die Leute in den Kultusministerien auch nicht ganz glücklich sind über diese Verwendung öffentlicher Gelder. Ganz schwieriges Thema diese staatliche Kultursubventionierung, ich hab da auch letztlich zuwenig Ahnung und keineswegs der Weisheit letzten Schluss parat. Irgendwie scheint mir da so ein planwirtschaftliches Prinzip zu herrschen, das man schwer wieder los wird, ohne sich den Ruf eines kapitalistischen Kulturvernichters einzuhandeln.

    • Dass meine Thesen dem selbsternannten Stellvertreter Adornos auf Erden nicht in den Kram passen, verwundert mich jetzt eher weniger, kratzt mich aber auch nicht im mindesten.

  5. Wer schrieb von Adorno? Es ging um den Unsinn von Sätzen wie „Immer besser werdende phonographische Aufzeichnungen machten das komplizierte und unzuverlässige schriftliche Notieren von Musik überflüssig.“ Machen eigentlich auch immer bessere Aufzeichnungen von Dichterlesungen und Poetry-Slam die komplizierte und notorisch unzuverlässige schriftliche Aufzeichnung von Literatur nun überflüssig? Läßt sich der Schaden, den die Lektüre Kittlers anrichtet, begrenzen? Fragen über Fragen.

    Ich bin übrigens nicht der selbsternannte Stellvertreter Adornos, sondern die erkorene Reinkarnation und Herr der Lektüren. Das scheint mir denn doch ein Unterschied ums ganze. Schade, daß dem Nicht-Adornitismus so schnell der Humor abgeht und die Gesichter flugs verkniffen geraten und zum Barby-Puppengesicht erstarren.

    Der geschätzte Peter Doherty hätte Dich übrigens für Deinen Text nach allen Regeln der Rockerkunst verklopstockt.

    • Ich bin bei bestem Humor, danke der Nachfrage. Der wahre Unsinn ist der, immer von einer Kunstgattung per Analogischluss auf irgendeine andere zu schließen, und nicht mal zu überlegen, ob es nicht auch gewisse Unterschiede zwischen den verschiedenen Künsten geben könnte. Das Wesen der Musik ist Klang. Das ist bei Literatur keineswegs so. Dichterlesungen sind seltene Ausnahmen, wo Schrift akustisch hörbar wird, der Standardfall ist das leise Lesen eines Lesers. Die Möglichkeit phonographischer Aufzeichnung hat also logischerweise völlig andere Konsequenzen für die Musik, als für die Literatur oder die Malerei. Die schriftliche Aufzeichnung von Literatur macht sich durch ganz andere Dinge überflüssig.

  6. Eine Analogiebildung ist in der Regel keine Vermengung von Künsten.

    Lyrik und Literatur ohne Laut? Wozu dann noch Alliterationen, Reime und eine besonders poetisch gesetzte Wortreihung? Auch da schon: Laut und Luise. Nichts mit stiller Kammer. Auch heute noch achten wir auf den Klang eines Textes. Das gilt nicht nur für „ottos mops“. Geübte Leser bringen aus ästhetischen Gründen, die mit dem Medium Sprache zusammenhängen, den Text in die Akustik, während wiederum geübte Musiker Partituren still lesen und im Kopf still die Musik erzeugen. Bis heute zumindest. Das stille Lesen ist lauter und klanglicher als manchen denken.

    Daß das Wesen der Musik Klang sei, ist ein Satz von geringer Reichweite und greift, wenn es denn um Wesensbestimmungen gehen soll, zu kurz. Davon abgesehen, daß Lyrik, Lyra, Klang dicht beieinander liegen. All das hat nichts mit der Vermengung von Künsten zu tun, sondern ganz im Gegenteil geht es um das Spezifische.

    Ein Komponist wird seine Komposition in der Regel in irgendeiner Form notieren, selbst dann, wenn er beständig ein Orchester um sich, ein Klavier in seiner Nähe oder eine perfekte Maschine zur elektronischen Klangerzeug/phonographischen Aufzeichnung bei sich hätte. Klang ist kein System zur Notation, sondern die direkte akustische Wiedergabe von Musik. Im europäischen bzw. abendländischen Kontext ist die unmittelbare Klangwiedergabe ohne Notation bis dato eine Seltenheit. Um eine Komposition medienunabhängig reproduzierbar zu machen, muß sie in eine Schrift gebracht werden. Da hilft keine noch so perfekte Maschine. Du verwechselst hier Ursache und Wirkung.

    Die Materialisierung auf einem Tonträger erlaubt lediglich die unmittelbare akustische Wiedergabe. Die Aufführung wird bei komplexen Musikstücken bis heute von Musikern geleistet, die das Stück zunächst spielen, um es dabei aufzuzeichnen. Das Spiel und der Klang von Geige, Klavier oder Cello lassen sich nur in seltenen Fällen von einem Computer akustisch kompatibel aufführen. Eine Aufführung im Konzert benötigt notwendigerweise eine (interpretierbare) Schrift/Notation. Wobei Schönbergs „Verklärte Nacht“, von Maschinen aufgeführt, die wie ein Orchester aussehen und Klang wiedergeben können, sicherlich einen ganz eigenen Reiz besäße und womöglich neue musikästhetische Möglichkeiten freisetzte. Nur wird das wohl die Ausnahme bleiben. Insbesondere das bildungsbürgerlich präformierte Publikum wird nur für eine kurze Phase gewillt sein, Maschinen zuzuhören. Oder möchtest Du, um einem Bob-Dylan-Abspielgerät zu lauschen, 140 Euro Konzerteintritt zahlen? Wir werden insofern – solange es Konzerte der alten oder der neuen Musik gibt – das Auratische so schnell uns nicht vom Halse schaffen. Um solche Aufführungen zu gewährleisten, bedarf es einer Notation. Musiker im Orchester spielen nicht nach einer phonographischen Aufzeichnung, sondern vom Blatt. Zumal das korrekte Spieltempo eines Stückes, sofern es denn der Komponist für erforderlich erachtet, dieses anzuzeigen, nur in einer Notation relativ fehlerfrei wiederzugeben ist. Und dann gibt es da noch den Dirigenten, der die Notation interpretiert.

    „Immer besser werdende phonographische Aufzeichnungen machten das komplizierte und unzuverlässige schriftliche Notieren von Musik überflüssig.“ ist eine steile These, die zwar im Kittler-Sound nett und forsch klingt, aber leider falsch ist. (Bereits durch die Vergangenheitsform „machten“.) Immer besser werdende phonographische Aufzeichnungen werden weder die Notation von Beethovens oder Mahlers Symphonien noch ein symphonisches Werk oder eine andere Komposition neueren Datums ersetzen können. Da bin ich denn doch Empiriker und möchte gerne im Bereich der Musik, die sich nicht dem unmittelbar gejamten Pop zurechnet oder auf Überlieferung basiert, einen Auszählwettbewerb veranstalten. (Übrigens gibt es selbst von 4′33″ eine Partitur.)
    __________________

    Es soll tatsächlich Menschen geben, die die Grenzen zwischen alter und moderner Musik nicht statisch ziehen, damit beim „Konzertgenuß“ das eine nicht dem anderen in die Quere käme. Solches Setzen von Barrieren scheint mir ein doch sehr konservatives Bild von Musik zu liefern.

    • Zwei kleine Einwände, ansonsten Zustimmung:

      Gerade für das (absolute) Tempo brauche ich keine Notation, solange ich die Werte der Noten kenne.

      Die Techniken von Hauer und Schönberg stellen schon einen Bruch dar, der sich weniger in der historischen Entwicklung abzeichnet (sie eher abschließt), sondern mehr einem allgemein verbreiteten Verständnis oder einer Gewohnheit widersprechen (aber Neue Musik beschränkt sich ja nicht darauf).

    • Wunderbar, ein Herr Bersarin, der offenkundig einen C-Dur-Akkord nicht von einer Luftgitarre unterscheiden kann, sich aber etwas darauf einbildet, schonmal was über Cages „4’33’’“ gelesen zu haben, erklärt mir die Musik. Es ist mir jetzt fast schon zu blöd, auf diese lächerlichen Einwürfe weiter einzugehen. Natürlich werden Beethovensymphonien weiterhin von Notenblättern heruntergespielt und natürlich spielt in einem Dylankonzert keine Maschine eine Platte ab, sondern Menschen spielen live Instrumente. Bloß schauen diese dabei eben nicht mehr auf Notenblätter. „4’33’’“ mag eine Partitur haben – „Like A Rolling Stone“ hat nunmal keine.

      Die Erfindung der phonographischen Aufzeichnung ersetzte das schriftliche Notieren von Musik nicht seiner Funktion nach, so dass man heute Beethoven nach Platten spielen würde anstatt nach Noten, das behaupte ich doch auch gar nicht, wer mich so liest, liest mich absichtlich und boswillig falsch – sondern eine Musik, die ihrem Wesen nach eben NICHT auf schriftlicher Fixierung beruhte, wurde durch den Phonographen plötzlich speicherbar, somit weltweit rezipierbar, referenzierbar. Der Blues wurde vermutlich auch schon vor der Erfindung akustischer Aufzeichnungen gespielt, aber erst durch die Schallplatten kam er aus dem Mississippi-Delta raus und überspulte in der Folge die ganze Welt. Das ist mein Punkt. Und die Leute, die heute, 2014, weiterhin Symphonien, Streichquartette, Opern in der althergebrachten Notenschrift komponieren, können dies ja von mir aus gerne machen, aber sie tun es vor leerem Haus, das ist doch einfach so, da bin ich auch ganz Empiriker. Ich werte das doch gar nicht, stelle nur fest: Wenn man diese Werke nicht zwischen zwei Mozartstücke ins Programm presst, dann hört sich das fast niemand an.

      Ihr seid mir schon so ein „bildungsbürgerlich präformiertes Publikum“, und ich muss mir dann auch noch das Label des Konservativen anhängen lassen, das ist doch alles eine Komödie, ich bin raus, auf Wiedersehen.

  7. Na also, Andreas Wolf, es geht doch! Weshalb nicht gleich so? Genau auf diese Differenzierung wollte ich hinaus.

    Den Bildungsbürger gibt es leider nicht mehr. Ich bedaure das sehr. Aber es ist so. Nicht einmal ich bin ein solcher, was mich traurig stimmt.

    Jedoch habe ich über 4′33″ nichts gelesen. Leider. Ich führe dieses Stück aber mehrmals täglich in meinem Grandhotel Abgrund auf.

    _______________

    Metepsilonemas Satz „Man sollte nicht Komponisten, sondern deren Werk kritisieren, diese personen- und biographielastige Kritik treibt in der Literatur schon Unwesen genug, man muss das nicht ausweiten.“ stimme ich – wie sagen es Politiker so schön? – vollumfänglich zu. Für den Hinweis zum Tempo danke ich. Wußte ich nicht. [Ich hoffe, dieses Nichtwissen läßt mich bei Lesern und vor allem Leserinnen etwas sympathischer und menschlicher herüberkommen.]

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