Utopia

Ich bin hier ja in letzter Zeit eher durch schon fast morozoveske Netz-Skepsis auffällig geworden. Kittler-Lektüre und NSA-Affäre verwoben sich in mir zu einem tödlich desillusionierenden Mix, der mir auch den allerletzten Rest von digitalgläubigem Technologieoptimismus austrieb. Kittlers Nachweis, dass Medientechnologie ihrem Wesen nach immer Kriegstechnologie ist und sie diese wahre Natur nur hinter einer benutzerfreundlichen Unterhaltungsoberfläche zu verbergen sucht, sowie seine geradezu prophetisch wirkenden Anmerkungen, dass die Digitalisierung der Datenströme vor allem ihrer automatisierten Überwachung dienlich ist – all diese Überlegungen lassen die Hoffnung auf das Netz als einen Ort kreativer Freiheit oder künstlerischer Weltverbesserung geradezu lächerlich erscheinen.

Da kommt mir natürlich eine Konferenz, die sich selbst als „Verteidigerin einer Utopie des Netzes“ versteht, gerade recht. Bevor ich es mir also in einer vorgestrigen Papierwelt wieder allzu gemütlich mache und gar nicht mehr von meinem Kafkaleseohrensessel aufstehe, werde ich morgen zu dieser „Netzkultur“-Konferenz hingehen und dann darüber berichten, (sofern die Veranstalter, die mir für den Gegenwert zweier Blogposts ein Gratis-Ticket offeriert haben, es sich jetzt nicht anders überlegen, weil sie sich denken: „Den Miesepeter können wir auf unserer schönen Tagung nun wirklich nicht gebrauchen!“)

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