Herrndorf ist tot

Heute um zwei klingelte das Telefon: H. rief an, mit Tränen in der Stimme: Herrndorf ist tot. Es kam nicht völlig überraschend, in seinem Blog hatte man ja lesen können, wie es immer weniger wurde mit ihm, die epileptischen Anfälle sich mehrten, die sprachlichen und kognitiven Ausfälle. Aber in dem Moment traf es mich dann doch wie der Schlag.

Wie die meisten entdeckte ich Herrndorf über sein Erfolgsbuch Tschick. Ich las Tschick in der Küche meiner Schwiegermutter, damals auf Wohnungssuche in Berlin. Tagsüber besichtigte ich Wohnungen und abends las ich Tschick. Dass es überhaupt möglich war, einen Roman, der von Momenten vollkommener Freiheit erzählt, im sehr realistisch beschriebenen Deutschland von heute spielen zu lassen, begeisterte mich vom Fleck weg. In Plüschgewittern und Diesseits des Van-Allen-Gürtels las ich danach direkt hinterher. Und dann erfuhr ich erst von seiner Krebserkrankung und von dem Blog Arbeit und Struktur, das heute dann mit dem Kapitel Schluss sein Ende fand. Traurig.

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2 Kommentare zu “Herrndorf ist tot

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